Würfelbruch, Destruktionfäule

Der Würfelbruch, auch Destruktionsfäule genannt, ist letztendlich die Beschreibung eines Schadbildes, das von bestimmten Holz zerstörenden Pilzen hervorgerufen wird. Verbunden mit dem Würfelbruch ist in der Regel auch die Braunfäule.

Beim Zersetzen der Holzfasern durch die Holz abbauenden Pilze wird die Zusammenhangskraft des Holzes aufgehoben. Solange das Holz feucht ist, kommt es nicht zur Volumenänderung. Trocknet das Holz aber, dann kann das Holz wegen dieser fehlenden Faserverbindungen auch quer zur Faser reißen. Es entstehen dann sog. Würfel, die im trockenen Zustand erst zu sehen sind. Würfelbruch ist bei feuchtem Holz nicht zu erkennen. (Ausnahme ist nur, wenn nach dem Abtrocknen des Holzes nachträglich der Würfelbruch auf dem Holz wieder durchfeuchtet wird.)

In der Praxis haben sich einige Formen des Würfelbruchs herauskristallisiert, die mit bestimmten Pilzen in Verbindung gebracht werden können. Die nachfolgende Aufstellung ist aus meiner Kenntnis wissenschaftlich nicht nachgewiesen, gibt aber schon einmal einen groben Überblick, welcher Verursacher vorliegen könnte.

Sind die Kanten des Würfelbruchs längs der Faser 4 – 6 cm lang und ist das Holz nur leicht bräunlich gefärbt, so liegt in aller Regel ein Hausschwammbefall vor. In diesem Fall sind nicht immer Pilzgeflechte zu finden, je nach Alter des Befalls. Das gleiche Schadensbild zeigt der Weiße Porenschwamm, wobei hier häufig fest sitzende Stranggeflechte noch auf der Oberfläche des Holzes zu finden sind.

Sind die Kanten längs der Faser beim Würfelbruch 2 – 4 cm lang, so handelt es sich bei dunkelbraunem Holz häufig um den Kellerschwamm. Auch hier ist in einigen Fällen noch schwarzes Geflecht zu finden. Sitzt dieser Befall mit dem Würfelbruch unter der Holzoberfläche, dann könnte es sich auch um einen Blättling handeln.

Hier muss allerdings auch berücksichtigt werden, dass der Zugluft ausgesetzte Holzoberflächen kein Pilzwachstum zulassen. Dann wachsen praktisch alle Pilze mehr oder weniger stark im Inneren des Holzes. Sie verursachen dann die Kernfäule.

Ein kleiner Würfelbruch, der eine Kantenlänge von weniger als 1 cm hat und fast schwarz gefärbt ist, weist auf Moderfäule hin. Solche Schadensbilder sind häufig bei Holz im Freien oder bei extremer Wasserbelastung zu finden.

Wie bereits schon angedeutet, sind dies Erfahrungswerte und können nicht ohne genaue Prüfung verallgemeinert werden. Im Zweifelsfall sollte beim Vorliegen von Würfelbruch eine Pilzbestimmung durchgeführt werden.

Sind allerdings keine Pilzgeflechte zu finden, dann lebt dort auch kein Pilz und damit ist in aller Regel auch keine Pilzsanierung notwendig. Geht man dann auch noch nach der neuen DIN 68 800 Teil 4 vor, so wird letztendlich nur noch zwischen Hausschwamm und anderen Pilzen unterschieden.

Deshalb ist der Würfelbruch in erster Linie nur ein Anhaltspunkt und muss als Schadensbild nach einem Pilzbefall angesehen werden.